Musik an der Jahreskonferenz

Montag, 2. November 2026

Jedes Jahr stellt der Festgottesdienst den Höhepunkt der EGW Jahreskonferenz dar. Der Anlass ist unter anderem geprägt von einer hochstehenden musikalischen Darbietung. Doch was steckt eigentlich dahinter? Martin Jufer, Musikverantwortlicher der Jahreskonferenz, gibt Einblick.

Kaum ist eine Jahreskonferenz vorbei, beginnt schon die Planung fürs Folgejahr. Normalerweise werden schon im Herbst Thema und Referent fürs Folgejahr festgelegt. Für die diesjährige Konferenz wurde aber erst Ende Januar Rainer Harter als Referent gewonnen und das Thema final definiert. Die Suche nach einem Worship Team hatte zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen.

Als Martin Jufer im EGW Träffpunkt Weier für ein Worship Team anfragte, war schnell klar, dass hierfür nur die Band Gipfustürmer in Frage kam. «Wir sind grundsätzlich offen für Neues und sagten uns: Warum nicht?!», blickt Bandleiterin Elina Käser zurück. Zusätzlich zur Band konnten Bläser aus unterschiedlichen Gemeinden gewonnen werden. «Ein musikalisches Ziel des Festgottesdienstes besteht darin, verschiedene Musikkulturen zu vereinen», erklärt Martin, welcher dieses Anliegen seit über zwanzig Jahren umsetzt. Die Musik ist auf ein Miteinander von Band und Bläsern konzipiert. Es sind also nicht zwei Musikstile, die nebeneinander oder abwechselnd spielen, sondern ein aufeinander abgestimmtes Miteinander.

Die Vorbereitungen beginnen!

Zügig nahm Martin mit Elina Kontakt auf. Es ist wichtig, früh zu klären, welche Lieder gespielt werden können. Neben der Worship Band und der Bläsergruppe spielt Martin Orgel – und punktuell auch andere Instrumente. Am 16. März traf sich Martin erstmals mit der Band Gipfustürmer. Bei diesem Treffen wurden konkret mögliche Songs ausgewählt. Die Songliste bestand schliesslich aus allgemein bekannten Liedern und eigenen Songs aus dem EGW Weier. Martin war wichtig, dass die junge Band dem Festgottesdienst eine Prägung geben konnte.

Für spätere Detailklärungen kommunizierte Martin mit Elina. «Tonarten und Songstrukturen mussten sorgfältig geklärt werden», gibt Martin ein Beispiel der darauffolgenden Diskussionspunkte. In den Monaten Juni und Juli machte er sich ans Schreiben der Arrangements und erstellte Notensätze für die Bläser und Bandsheets für die Band. «Vor der ersten gemeinsamen Probe musste alles zusammenpassen.» Die Band traf sich vorgängig schon einmal zu einer Probe, um insbesondere die Stimmen gut einzuüben.

Drei gemeinsame Proben im August

Für die Bläser wurden Tonaufnahmen bereitgestellt, welche den Musikern gemeinsam mit den Noten zugestellt wurden. «Schon mehrmals erwähnten die Bläser den Wert dieser Tonaufnahmen», erzählt Martin. Es brauchte dann noch ein paar Korrekturen und Verbesserungen – dies ist ein üblicher Teil des Entwicklungsprozesses. Ein gewisses musikalisches Niveau müssen die Bläser zwingend mitbringen. Einen Dirigenten gibt es nicht – als Taktgeber fungiert das Schlagzeug. «Während des Auftritts nehme ich recht wenig Einfluss», sagt Martin. Die drei gemeinsamen Proben mit der Band waren im August. Zu diesem Zeitpunkt  mussten also alle vorbereitet sein. «Ich war erstaunt zu erleben, wie gut das gemeinsame Spielen schon bei unserer ersten gemeinsamen Probe getönt hat», berichtet Elina. Sie sei erleichtert gewesen.

Zusammenarbeit mit Technikern

Vor der Jahreskonferenz stellte Martin Jufer alle Songtexte zusammen und übergab sie an die Techniker. Es ist wichtig, dass die Songtexte für die Gottesdienstbesucher korrekt per Beamer sichtbar gemacht werden können. Grundsätzlich hängt sehr viel an einer guten Zusammenarbeit mit den Technikern. Diese brauchen vorgängig Angaben über Bandgrösse und Instrumente. Sie müssen beispielsweise auch wissen, welche Musiker In-ear-Monitore brauchen, damit Musiker und Sänger nicht nur sich selbst, sondern auch einander gut hören können. Es braucht gründliche Abklärungen, weil es dann beim Soundcheck am Sonntagmorgen um 8.00 Uhr nur wenig Zeit für Feinabstimmungen gibt. «Am Sonntagmorgen waren wir als Band schon früh da», erzählt Elina und erinnert sich, dass sie zu diesem Zeitpunkt schon etwas aufgeregt gewesen sind. Als der Soundcheck perfekt funktionierte, hätten sie sich etwas entspannen können. Die Rolle der Technik ist an dieser Stelle nicht zu unterschätzen. Martin betont die hervorragende Arbeit von Michael Zingg (TechnikNet) in den letzten Jahren.

Eine wertvolle Erfahrung

Martin Jufer hat in den Jahren der musikalischen Leitung der Jahreskonferenz schon Routine aufgebaut. Trotzdem investiert er für die Planung, das Üben und die Durchführung der Jahreskonferenz insgesamt ungefähr zwei volle Arbeitswochen.

«In einer solch grossen Formation zu spielen, war besonders», blickt Elina auf das Projekt zurück. Es war tatsächlich etwas Neues und Bereicherndes. «Gerade mit Blasinstrumenten zu spielen war eine sehr coole Erfahrung.» Zu erleben, wie das Ganze zusammengepasst hat und die Musiker miteinander harmonierten, hat sie fasziniert.

Die Bläsergruppe bestand aus vier Personen. Darunter war Stefan Grädel, der mit dem Cornet die erste Stimme spielte. «Ich habe zum ersten Mal mit einer Band zusammengespielt», erzählt Stefan. «Das war eine sehr gute Erfahrung.» Beeindruckt war er, wie schnell der Sound am Sonntagmorgen stimmte. «Ich befürchtete, dass die Band und wir uns nicht gut würden hören können. Doch die Techniker hatten dies gut hinbekommen.»

 

Der Artikel erschien in der wort+wärch-Ausgabe vom November 2026  |  Text Markus Richner-Mai - Redaktion  |  Bilder: zVg, Philipp Ramseier

Weitere Bilder und Aufnahmen
der Referate von
der diesjährigen Konferenz.

Leidenschaft für Jesus

Bericht, der im wort+wärch zur diesjährigen Jahreskonferenz erschienen ist.

Auf der Webseite von Rainer Harter findet sich unter anderem der Blogbeitrag «Wo ist die Leidenschaft geblieben?»