Leidenschaft für Jesus

Freitag, 2. Oktober 2026

An der diesjährigen Jahreskonferenz ging es um «Leidenschaft für Jesus». Doch was bedeutet es, ein brennendes Herz für Jesus zu haben? Wie kommen wir zu dieser Leidenschaft und wie können wir sie bewahren? Rainer Harter nahm uns ins Thema hinein.

«Ich mag Menschen, ich mag Gott und ich mag guten Kaffee.» Mit diesen Worten stellte sich Rainer Harter zu Beginn des ersten Konferenzabends vor. Vor vielen Jahren habe er erkannt, dass er zwar ein guter Mitarbeiter in der Gemeinde sei, jedoch ein schlechter Liebhaber von Jesus. «Damals fand ich Beten langweilig!» Doch dann berief ihn Gott, in Freiburg ein Gebetshaus zu gründen. Dies führte einige Jahre später dazu, seinen guten Job in der Forschung zu verlassen und sich ganz in den Dienst des Gebetshauses zu investieren.

Gott ist verrückt nach uns Menschen 

«Warum spreche ich über Leidenschaft?» fragt Rainer. Die Antwort ist schlicht: «Ich liebe Jesus!» Er treffe viele Christen, deren Glaubensleben stark aus Arbeit besteht und wenig aus Leidenschaft. An dieser Stelle definiert Rainer Leidenschaft: «Wenn Gottes Gegenwart, sein Wort, seine Wahrheit und seine Liebe unser Innerstes berühren und in uns Sehnsucht nach ihm entzünden.»

ihm den Lebensatem ein. «Das Erste, was Adam sah, als er seine Augen öffnete, war das Angesicht Gottes.» Und Gott war begeistert vom Menschen.Seine Liebe für uns ist Teil seines Wesens. «Gott ist verrückt nach dir!» drückt es Rainer aus. Gott sei so verrückt nach uns Menschen, dass er seinen Sohn gab, um uns aus unserer Schuld zu erretten. «Hast du dir schon überlegt, was der Grund war, weshalb Jesus für uns ans Kreuz gegangen ist? Dahinter steht Leidenschaft!» Und es geht weiter: Die Bibel spricht von einem Hochzeitsfest, das auf uns wartet. Als Gemeinde werden wir mit Jesus vermählt – denn er sehnt sich innig nach uns. Das sollte in uns Leidenschaft wecken.

Was ist Leidenschaft?

Leidenschaft entsteht, wenn etwas unser Innerstes ergreift und antreibt. Daraus leitet Rainer ab, weshalb wir oftmals so wenig Leidenschaft in uns haben: Es mangelt am nötigen Raum in unserem Innern – wir sind voller Dinge, die keine Leidenschaft für Jesus wecken. Rainer erwähnt den Müll, den wir uns reinziehen können, bis es in uns keinen Raum mehr für eine göttliche Leidenschaft gibt.

«Dir nah zu sein ist mein ganzes Glück.» Psalm 73,28

Wenn wir nicht von ganzem Herzen bekennen können, dass Jesus nahe zu sein unser ganzes Glück ist, mangelt es uns an Leidenschaft für ihn. Rainer erzählt von einem Besuch in Israel, wo nachts ständig die Alarmsirenen heulten. Dort wurde die Frage nach der Bedeutung seines Glaubens wichtig. Dass er in diesen unsicheren Momenten das ganze Glück darin empfand, Jesus nahe zu sein, erfüllte ihn mit Freude.

Wie entsteht geistliche Leidenschaft neu?

Für unsere Leidenschaft für Gott kennt Rainer sieben konkrete Wachstumshelfer. Das Referat am zweiten Konferenzabend geht darauf ein.

1. Erkenntnis
«Man kann niemanden lieben, den man nicht kennt.» Rainer betont, dass wir, wenn wir die Herrlichkeit Gottes erkennen, nichts anderes wollen, als darin zu verweilen.

2. Entscheidung
Wenn Erkenntnis zu Handlungen führt, geschieht Wachstum. Er selbst hatte sich entschieden, gewisse Dinge nicht mehr in sein Herz zu lassen – dies beinhaltet beispielsweise gewisse Romane – auch wenn diese durchaus spannend sein mögen.

3. Begegnung
«Es reicht nicht, Dinge über Gott zu wissen. Ich muss ihn berühren.» Rainer betont, dass wir Begegnungen mit Gott brauchen, damit unsere Herzen für Jesus brennen.

4. Bewusst-Sein
Im Hier und Jetzt zu leben ist die Brücke zwischen Erkenntnis und gelebtem Alltag.

5. Selbstführung
Nicht warten, bis Leidenschaft «passiert», sondern ihr Raum und Struktur geben und Zeiten festlegen, in denen man sucht, schaut und hört. Es sei unsere Verantwortung, Gottes Geschenk sorgfältig zu pflegen und zu bewahren.

6. Verzicht
Das ist keine Einschränkung der Leidenschaft, sondern ihre Konzentration – wie ein Fluss, der durch ein engeres Bett schneller und kraftvoller wird. An dieser Stelle geht Rainer auf Fasten ein – eine gute Form, um den Hunger nach Gott auszudrücken.

7. Gemeinschaft
Gemeinschaft prägt uns. Deshalb brauchen wir Menschen um uns herum, die unseren Glauben fördern. Menschen, die Jesus im Zentrum ihres Lebens haben und uns annehmen, so wie wir sind.

Leidenschaftlich bleiben

«Leidenschaftlich zu bleiben ist schwieriger, als leidenschaftlich zu werden.» Am Sonntag ging es ums Dranbleiben. Als Schlüssel dazu erwähnte Rainer das Kultivieren von Gewohnheiten.

Rainer beschreibt eine persönliche Erfahrung in der Wüste; Sand durchdrang alles und machte Leben unmöglich. So fühlt sich auch eine geistliche Wüste an. Um den Weg aus solchen Wüstenzeiten zu finden, gibt Rainer Tipps, welche aus Psalm 63 abgeleitet sind:
1.    Spüre deinen Hunger
2.    Nähre dein Verlangen nach Gott
3.    Suche ihn leidenschaftlich
4.    Betrachte seine Schönheit
5.    Verlasse deine Komfortzone

Wüstenzeiten lassen uns in unserem Glauben wachsen. An manchen Tagen haben wir keine Lust zum Beten. Doch dann betrachten wir Gebet als Ausdruck der Liebe. Indem wir uns für die Liebe entscheiden und die Gegenwart Gottes suchen, pflegen wir Leidenschaft oder entfachen sie neu.

Zusammenfassend legt Rainer den Zuhörern folgende Ratschläge ans Herz:
1.    Hör nicht auf zu kämpfen
2.    Verzichte auf das, was bremst
3.    Sei dir bewusst, was du willst
4.    Sei nicht fromm, sondern lebendig

 

Der Artikel erschien in der wort+wärch-Ausgabe vom Oktober 2026 | Text und Bilder: Markus Richner-Mai - Redaktion

Weitere Bilder und Aufnahmen
der Referate von
der diesjährigen Konferenz.

Artikel im wort+wärch

Artikel, welche im wort+wärch zur diesjährigen Jahreskonferenz erschienen sind.

Auf der Webseite von Rainer Harter findet sich unter anderem der Blogbeitrag «Wo ist die Leidenschaft geblieben?»