Damit Ehen gestärkt werden

Mittwoch, 7. Januar 2026

Das Anliegen für Ehen lässt Marina und Wilhelm Risto seit Jahren nicht mehr los. Dabei konnten sie einen reichen Schatz an Erfahrung und Erkenntnissen sammeln. Im Interview erzählen die beiden von ihrem Werdegang.

In manchen Gemeinden führten Marina und Wilhelm bereits Ehekurse durch. Neben anderen guten Angeboten ist der Dienst von Ristos eine gute Möglichkeit, um auch in EGW-Gemeinden wertvolle Impulse für Ehen zu geben.

wort+wärch: Marina und Wilhelm, wie lange seid ihr bereits verheiratet?

Marina: Es ist unglaublich: 2025 haben wir schon unseren 40. Hochzeitstag gefeiert. Dafür sind wir sehr dankbar.
Wilhelm: Gott hat uns auch mit einer wundervollen Familie beschenkt. Mit unseren Kindern, Schwiegerkindern und Enkelkindern sind wir von zwei auf 14 Personen angewachsen.

Habt ihr ein Motto für eure Ehe? Was hilft euch?

Wilhelm: Bereits am Anfang unserer Ehe haben wir uns den Bibelvers aus Epheser 4,26 zu Herzen genommen. Da heisst es, dass man die Sonne nicht über seinem Zorn untergehen lassen sollte. Das führte dazu, dass wir Konfliktpunkte oder Missverständnisse schnell klären und vergeben konnten.

Des Weiteren haben wir ein Lebensmotto für uns formuliert und verinnerlicht, das wie folgt lautet: Wir wollen in Gottes Liebe leben und diese an andere weitergeben, damit Gott verherrlicht wird.

Was macht ihr beruflich?

Marina: Wilhelm hat eine 50%-Stelle als Pfarrer im EGW Münchenbuchsee und ich arbeite zu 40 % im Altersheim, in der Pflege. Gemeinsam sind wir bei dem Missions- und Bildungswerk Neues Leben e.V. als Evangelisten eingestellt

Wie seid ihr dazu gekommen, Eheseminare anzubieten?

Wilhelm: Soweit wir zurückdenken können, haben wir immer wieder Ehepaare begleitet. Konkreter wurde das Anliegen aus der Not heraus.
In unseren jungen Jahren leiteten wir eine Gemeindegründung in Deutschland. Dabei lernten wir viele Menschen und Paare kennen, die uns mit ihren Lebensgeschichten etwas überforderten. Aus dieser Überforderung heraus, begannen wir unsere Seelsorgeausbildung bei Reinhold Ruthe. Mit der Ausbildung eröffneten wir dann im Jahr 2000 unser Beratungsbüro für Ehe-, Familien- und Lebensberatung. Das brachte uns mit sehr vielen Ehepaaren in Verbindung. Wir hörten und sprachen über Themen, die Paare herausforderten. Das war ein grosser Schritt in die Richtung, wo wir heute weitermachen dürfen.

Das Beratungsbüro haben wir mit unserem Umzug in die Schweiz aufgelöst. Danach wurde es etwas ruhiger um das Thema herum.

Wie hat es sich dann weiterentwickelt?

Marina: Es ist interessant, dass Gott einen manchmal wieder zurückholt. Als wir 2006 in die Schweiz kamen, haben wir «nur» noch Ehevorbereitungen, im Rahmen der Gemeinde gemacht. Die Ehe-Arbeit lief also nur sehr eingeschränkt. Mit der Anstellung bei Neues Leben (NL) im Jahr 2019 lernten wir viele neue Menschen kennen und wurden wieder vermehrt mit Ehethemen konfrontiert. So begannen wir Ehe-Kurse zu entwickeln und anzubieten.

Die Themen, die an uns herangetragen wurden, gaben uns die Vorlagen dafür. Und wir merkten schnell, dass unser Herz immer noch dafür schlägt, Paare zu unterstützen. Es freut uns sehr, dass viele junge Leute unsere Kurse besuchen, obwohl sie erst kurz verheiratet sind. Sie meinen, es wäre wichtig, präventiv etwas zu tun. Das finde ich unglaublich toll. Da wächst eine weitsichtige Generation heran. «Neues Leben» hat uns die Plattform geboten, so dass wir Ehekurse in unserem Neues Leben Zentrum durchführen. Durch die grosse Bekanntheit von NL in Deutschland wurden auch Gemeinden auf uns aufmerksam und luden uns ein. So sind wir zurzeit viel in Deutschland unterwegs. Wir wachsen sozusagen in und mit dieser Aufgabe und sind unserem Herrn sehr dankbar, dass er uns da hilft.

Was ist euer Konzept? Wie arbeitet ihr?

Wilhelm: Im Grunde ist es unsere Seelsorgeausbildung und das Leben. Unsere Ausbildung hat uns «Werkzeuge» in die Hände gegeben. Die Paare, die wir kennenlernen, geben uns die Themen vor. So versuchen wir in unseren Seminaren die Themen, die an uns herangetragen wer-
den, aufzugreifen, aufzunehmen, auszuarbeiten und mit den Paaren dann zu teilen.

Was ist euch dabei besonders wichtig?

Marina: Es macht für uns keinen Sinn, über Themen zu reden, welche für die Paare nicht relevant sind. Deshalb halten wir unsere Ohren offen, um die brennenden Themen herauszuhören. Es ist immer wieder unser Gebet, dass Ehen gestärkt und ermutigt werden. Sie sollen den Wert ihres Zusammenseins erkennen und den wichtigen Beitrag zu einer gesunden Gesellschaft sehen. Noch wichtiger ist uns, dass sie geheilt und vergebungsbereit in ihren Alltag gehen. Natürlich ist es im Rahmen eines Kurses nicht möglich, die ganz schwierigen Dinge in der Beziehung konkret anzuschauen, aber es ist immer wieder ein Schritt aufeinander zu, wenn Paare in das Eheseminar kommen. Das freut uns sehr.

Wie kommt man in den Genuss eurer Seminare?

Wilhelm: Im Neues Leben Zentrum in Wölmersen (Deutschland), bieten wir zweimal im Jahr ein Ehewochenende an.

Dann kann man uns auch zu einzelnen Gottesdiensten rund um das Thema Ehe einladen. Manche Gemeinden laden uns zuerst zu einem Predigtdienst ein, um uns kennenzulernen. Danach besprechen wir die Themen und den Rahmen, wie unser Seminar in der Gemeinde durchgeführt werden kann.

Artikel in der Januar-Ausgabe vom wort-wärch erschienen. | Das Interview wurde schriftlich geführt. Markus Richner-Mai, Redaktion | Bilder: zVg