Neuer Personalverantwortlicher im EGW
Im November wird Thomas Oesch neuer Personalverantwortlicher im EGW – eine Aufgabe, die für die Zukunft des EGW – in Personalfragen – richtungsweisend ist. Im Folgenden wird Thomas vorgestellt und die wesentlichen Stationen seines Werdegangs beschrieben.
Seit 2006 ist Thomas (46) mit Gabi verheiratet. Sie haben drei Söhne und leben in Spiez.
Seine Kindheit verbrachte Thomas Oesch als Bauernjunge zuerst in Madiswil, später in Niederbipp. Schon damals war er Teil des EGW. In den Jugendjahren investierte er sich im EGW Wangen, wo er JG-Leiter wurde. Er hatte keine markante Berufungserfahrung, erhielt aber schon früh Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen. «Immer wieder verspürte ich Gottes Zuspruch, voranzugehen.» Es folgte die Jüngerschaftsschule Factory mit einem Gemeindepraktikum.
Dann wagte Thomas den Start eines Studiums bei IGW. Während dieser Zeit arbeitete er für zwei Jahre als Pfarrer in Ausbildung mit fünfzig Prozent im EGW Herzogenbuchsee. 2010 wurde er Pfarrer im EGW Konolfingen, acht Jahre später zog Familie Oesch dann weiter nach Spiez. Von 2014 bis 2022 war Thomas als Vizepräsident und Präsident der Mitarbeiterkonferenz auch Mitglied der EGW-Leitung – eine Erfahrung, die ihm noch nützlich sein wird.
Ein Herz fürs EGW Spiez
Schon vor ein paar Jahren wurde er von verschiedenen Personen auf die anstehende Pensionierung von Werner Jampen angesprochen; damit verbunden war jeweils die Bemerkung, dass er sich als dessen Nachfolger eignen würde. Ohne klare Absichten führte er bereits Gespräche mit Gabi und einem Mentor. «Richtig geprüft habe ich es aber erst, als die Stelle im August 2025 ausgeschrieben wurde.» Er bewarb sich auf die Stelle und wurde von der Leitung gewählt.
Ganz einfach war Thomas der Entscheid aber nicht gefallen, denn schliesslich fühlte er sich als Pfarrer im EGW Spiez wohl; nichts verlangte nach einer Veränderung. «Uns gefällt es in Spiez und wäre es mit der Stelle als Personalverantwortlicher nichts geworden, hätte ich gerne weiter im EGW Spiez gearbeitet.» Trotz seines Jobwechsels bleibt Familie Oesch in Spiez und auch in der Gemeinde.
Vorfreude auf die neue Aufgabe
In seiner neuen Stelle als Personalverantwortlicher wird er sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Die Herausforderungen des Fachkräftemangels sind ihm aber bekannt. Im EGW sieht Thomas viel Gutes, das bewahrt werden soll. «Gleichzeitig brauchen wir Erneuerung. Das Gute und Bewährte gibt uns die Grundlage, um Neues zu wagen.» Und da darf auch einmal ein Wagnis eingegangen werden.
Thomas freut sich auf seine neue Aufgabe. Mit Pfarrpersonen unterwegs zu sein, begeistert ihn. Ebenso gespannt ist er auf seine Arbeit in Leitung und Geschäftsstelle.
Werner Jampen wird pensioniert
Mit der Pensionierung von Werner Jampen geht eine Ära zu Ende. Mehr als zwei Jahrzehnte prägte er das EGW als Personalverantwortlicher.
Ende Oktober geht er in den wohlverdienten Ruhestand.
Werner Jampen ist ein waschechter EGWler. In seinem Elternhaus in Müntschemier gab es einen Versammlungsraum, später wurde unmittelbar daneben das Vereinshaus gebaut. Nach der Schulzeit machte er eine Berufslehre zum Möbelschreiner. Als ihn jemand fragte, wann er sein Theologiestudium beginne, begann ein unerwarteter Prozess. Tatsächlich begann er 1983 das Studium auf St. Chrischona, wo er auch Elsbeth kennenlernte – die beiden heirateten 1988.
Stationen im EGW
Die erste Predigerstelle trat Werner 1987 im EGW Kleindietwil an. Hier wuchs Familie Jampen auf fünf Personen an. Die jüngste Tochter wurde während der Zeit in Gstaad geboren, wo sie ab 1994 elf Jahre lebten. Es war für die ganze Familie eine prägende Zeit.
1996 wurde er als Mitarbeitervertreter in die Leitung des EGW gewählt und 2005 zum Personalverantwortlichen berufen. Schwerpunkt dieser Tätigkeit war die Rekrutierung, Einsetzung und Begleitung von Mitarbeitenden. Neben unzähligen Gesprächen mit Mitarbeitenden und Gemeindeleitungen gab es viele organisatorische Aufgaben. In der Zusammenarbeit mit Verantwortlichen der Landeskirche brachte er sein Anliegen des Brückenbauens ein. Viel lieber als Abgrenzungen zu zementieren versuchte er, Wege für ein gemeinsames Vorwärtsgehen zu finden.
Ein Herz für Menschen und Gemeinden
Nicht nur für die Mitarbeitenden setzte sich Werner ein, sondern auch für die EGW-Gemeinden. Durch seine Predigten, die allgemein geschätzt wurden, setzte er Impulse und spürte gleichzeitig das Ergehen der Gemeinden. Wenn ihn Konflikte und heikle Situationen forderten, war Werner dankbar, die Geschäftsstelle oder andere Ressortleiter zur Seite zu haben. «Für mich war es wichtig, nicht allein dran zu sein.»
Eine wichtige Basis für die Arbeit als Personalverantwortlicher waren für Werner die Kernaufgaben von Pfarrpersonen: Fröhlich glauben, mutig lehren, einfühlsam begleiten und gemeinsam leiten. Die Einführung des Innovationsfonds insbesondere zur Förderung von jungen Mitarbeitenden ist für ihn ein Höhepunkt in seiner Amtszeit. Ebenso die Entwicklung des EGW-Leitbildes mit der Vision, Gottes Reich sichtbar und erlebbar zu machen.
… und jetzt kommt der Ruhestand
Dankbar blickt Werner auf unzählige wertvolle Begegnungen mit Menschen zurück. Ab November freut er sich auf ein ruhiges halbes Jahr mit Nachlesen von Tagebüchern und Predigten. Er will sich Zeit nehmen für Kreatives, zum Fotografieren, für Musik und Lesen. Später werden sich neue Einsatzmöglichkeiten geben, die Gott zur rechten Zeit zeigen wird.
Werner wünscht dem EGW, dass es weiterhin nach dem Grundsatz lebt, den ein Satz im EGW-Handbuch treffend ausdrückt: «Wir trauen den Nächsten zu, dass sie es gut meinen, dass sie nichts gegen uns haben, auch wenn wir ihr Verhalten nicht verstehen.»
Der Artikel erschien in der wort+wärch-Ausgabe vom Oktober 2026 | Text: Markus Richner-Mai - Redaktion | Bild: zVg