Von Jesus erzählen - Durchbruch nach zehn Jahren

Montag, 5. Oktober 2026

Immer schon war es der Wunsch von Cornelia und Beat Coray, Menschen von ihrem persönlichen Glauben an Jesus zu erzählen. Dieser Wunsch blieb ihnen auch in den letzten zehn Jahren im EGW Träffpunkt Weier erhalten. Der grosse Durchbruch gelang jedoch erst letztes Jahr, nachdem sie ein Training absolviert haben, das zu einer Veränderung ihres Lebensstils geführt hat. Heute freuen sie sich darüber, das Evangelium mit einfachen Werkzeugen (Tools) in ihrem Alltag verständlich weitergeben zu können. Dies gelingt ihnen nicht immer, aber immer öfter.

Cornelia ist Pflegefachfrau und arbeitet in einem Alterszentrum als MPA Logistik. Beat ist Informatik-Projektleiter beim Bund. Sie haben zwei erwachsene Kinder, einen Sohn und eine Tochter, und leben bald zwanzig Jahre in Wynigen.

Zwei Menschen und ihre Jesus-Stories

Cornelia wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Jesus gehörte immer zu ihrem Leben dazu. «Ich kann nicht genau sagen, wann ich mich bekehrt habe.» Als junge Erwachsene liess sie sich in der Hauszelle der Freikirche, die sie damals besuchte, taufen. Schon als Kind führte sie gerne Glaubensgespräche. «Ich wusste immer schon, dass es etwas Wichtiges ist, anderen Menschen von Jesus zu erzählen.»

Beat wuchs in einem kleinen Dorf in der Surselva auf und hat einen katholischen Hintergrund. Er durchlief Taufe, Kommunionsunterricht und Firmung – ohne zu verstehen, was dieser Jesus mit ihm persönlich zu tun hatte. «Ein gläubiger Schulkollege im Gymnasium in Chur erklärte mir dann, dass es um eine persönliche Beziehung mit Jesus geht.» Nach einem mehrstündigen Gespräch in Beats Studio ging der Kollege nach Hause. Beat wusste genau: Dies war es, wonach er seit einiger Zeit gesucht hatte und übergab Jesus in derselben Nacht sein Leben. «Von Anfang an war der Wunsch da, meinen Glauben mit anderen zu teilen.» Als Jugendlicher sog er alles auf, was er vom christlichen Glauben kriegen konnte.

Zehn Jahre vergehen ohne den entscheidenden Durchbruch

Auch als Ehepaar und junge Familie mit Kleinkindern blieb der Wunsch erhalten, den Glauben an Jesus mit anderen Menschen zu teilen. Dies merkte auch der damalige EGW-Pfarrer (damals noch EGW Waltrigen) und fand, dass Beat und Cornelia die Schulung für das LiFe-Seminar besuchen sollten. «Wir sagten zu und besuchten 2016 den Leiterkurs. Doch die Kurse liefen damals nicht sehr gut. Wir hatten nur wenige Teilnehmer.»

Ein Training führt zum Durchbruch

«Dann kamen wir über unsere Gemeinde in Kontakt mit jemandem vom Netzwerk des Ernte-Trainings.» Beat war anfänglich während eines Austauschs noch skeptisch, liess sich jedoch auf der Rückfahrt von Huttwil nach Wynigen von seiner Frau überzeugen. «Wir entschieden uns, beim Ernte-Training mitzumachen.» Im März 2025 ging es los. Jeden zweiten Freitag um 14.30 Uhr trafen sie sich. Mit seinem Arbeitgeber konnte Beat eine Lösung finden, um dabei zu sein. «Schon im Vorfeld des Trainings begann Gott Türen zu öffnen.» Während Cornelia befürchtete, dass dies wieder so eine Schulung sei, die «nicht funktioniert», stellte sie bereits nach den ersten Nachmittagen begeistert fest, dass dieses Training tatsächlich alltagstauglich war.

Das Training trug Früchte: Mit dem Gelernten konnten sie Menschen in kurzer Zeit das Evangelium erklären und erlebten schon bald, wie die Saat des Evangeliums aufging. «Mich hat das begeistert!» erzählt Cornelia.

Zu einem neuen Lebensstil gefunden

Die Schulung des Ernte-Trainings ist kein Selbstzweck, sondern eine Zurüstung für einen evangelistischen Lebensstil. «In den Bereichen des Gehens und des Säens haben wir viel gelernt, das wir im Alltag umsetzen», sagt Beat. Für Cornelia wurde der Gedanke in Alltagssituationen immer präsenter, ihre Mitmenschen auf Jesus aufmerksam zu machen. Heute liebt sie es, mit Kolleginnen, die Jesus kürzlich gefunden haben, einen Weg zu gehen, gemeinsam die Bibel zu lesen und zu beten.

«Das Ernte-Training hat mehr ausgelöst, als wir in den vergangenen zehn Jahren erlebt haben.» Beat ist gespannt, wie nachhaltig dieser Aufbruch sein wird. «In einer Gruppe mit anderen unterwegs zu sein und gemeinsam auf die Strasse zu gehen – das hilft.» Und diesen Schwung möchten sie auf jeden Fall in ihre weitere Zukunft mitnehmen. Sie wollen bewusst auch bei Initiativen der Gemeinde mitmachen, an denen sie die erlernten Werkzeuge (Tools) einsetzen können.

Ein evangelistischer Lebensstil ist kein Selbstläufer. So erfüllend es ist, den Glauben mit anderen zu teilen und zu sehen, wie Jesus in ihnen wirkt, so kann ein solches Engagement schnell wieder in den Hintergrund geraten. Dessen sind sie sich bewusst. «Es geht darum, Prioritäten zu setzen und um die Bereitschaft, dass es uns auch etwas kostet.» Cornelia sagt, dass es für sie vor allem beim Outreach – also beim Auf-die-Strasse-Gehen – Überwindung brauche, Menschen anzusprechen und vom Glauben zu erzählen. Letztlich sei es aber eine grosse Freude, den Glauben zu teilen. Im Laufe des vergangenen Jahres haben sich einige Menschen für ein Leben mit Jesus entschieden. Das ist ein Geschenk von Gott! Eine praktische Hilfe besteht aber auch im Wissen, wie ein Gespräch geführt und das Evangelium vermittelt werden kann. Zu säen und zu sehen, wie Frucht entsteht, beflügelt fürs Weitermachen. Weil sich dieser neue Lebensstil in den Alltag integrieren lässt, gibt es immer wieder Gelegenheiten, um Mitmenschen auf den Glauben anzusprechen.

 

Der Artikel erschien in der wort+wärch-Ausgabe vom Oktober 2026 | Text: Markus Richner-Mai - Redaktion  |  Bilder: zVg, Markus Richner-Mai