«SIM ist eine christliche Organisation im Dienst der Kirchen in der ganzen Welt. Wir wollen die Liebe von Jesus teilen, Kirche unterstützen und humanitäre Hilfe leisten.» So steht es auf der Website von SIM. Aber wer ist SIM genau? Benji Pang gibt uns einen Einblick.
wort+wärch: Benji, du bist Geschäftsführer von SIM Schweiz. Wer ist die SIM und was macht ihr?
Benji Pang: Wir als SIM Schweiz sind Teil von SIM International. Unser Auftrag besteht darin, Gemeinden dabei zu unterstützen, Menschen auszusenden, damit sie die Liebe Gottes in die Welt tragen. Weltweit haben wir rund 4'000 Mitarbeitende und sind in etwa siebzig Ländern aktiv. Dabei sind wir sehr breit aufgestellt: Wir arbeiten unter verschiedensten Volksgruppen und in
ganz unterschiedlichen Dienstbereichen.
Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen SIM und Gemeinde aus?
Es ist die Gemeinde, die Menschen aussendet – nicht wir als Organisation. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Gemeinden in diesem Auftrag bestmöglich zu unterstützen. Dank unserer Grösse, unseren internationalen Beziehungen, unserer Infrastruktur und unserer Erfahrung können wir gute Rahmenbedingungen sowie rechtliche Absicherung für ausgesandte Missionarinnen und Missionare bieten. Das verstehen wir jedoch ausdrücklich als Dienstleistung für die Gemeinden und ihre Gesandten.
Wir senden niemanden ohne eine sendende Heimatgemeinde aus. Gleichzeitig gehört es zu unserem Kernauftrag, Gemeinden dabei zu helfen, ihre Missionarinnen und Missionare gut zu begleiten und zu unterstützen.
Dasselbe gilt auch für die Länder, in die unsere Mitarbeitenden gesendet werden. Wir achten sehr darauf, vor Ort eng mit lokalen Gemeinden zusammenzuarbeiten. Der Dienst an und mit der Kirche ist für uns nicht nur ein Leitsatz, sondern ein wesentlicher Teil unserer DNA.
In welchen Regionen der Welt seid ihr engagiert?
Inzwischen sind wir praktisch auf der ganzen Welt engagiert. Ursprünglich begann die SIM in Subsahara-Afrika, heute sind wir jedoch weltweit tätig. Auch innerhalb von SIM International hat sich in den letzten Jahren vieles verändert: Während früher vor allem Missionarinnen und Missionare aus dem Westen ausgesandt wurden, wächst heute die Zahl der Mitarbeitenden, die aus dem globalen Süden in andere Teile der Welt ausgesandt werden, deutlich. So erleben wir als Organisation zunehmend Sendung in viele verschiedene Richtungen.
Gibt es ein konkretes Projekt, welches eure Arbeit auf gute Weise illustriert?
Ein gutes Beispiel ist Sports Friends, ein Projekt von SIM, das inzwischen in mehr als zwanzig Ländern aktiv ist und weiterwächst. Für mich veranschaulicht es besonders gut, wie die Zusammenarbeit mit Gemeinden aussehen kann.
Die Idee von Sports Friends ist, Kinder und Jugendliche über den Sport zu erreichen. Als SIM führen wir jedoch nicht selbst Sportprogramme durch, sondern befähigen lokale Gemeinden dazu. Wir bilden lokale Mitarbeitende zu Coaches und Leiterinnen bzw. Leitern aus und unterstützen bei der Beschaffung des benötigten Equipments.
Dadurch entsteht ein nachhaltiger Dienst: Die Coaches, die für die jungen Sportlerinnen und Sportler zu wichtigen Bezugspersonen werden, bleiben vor Ort und kehren nach einem abgeschlossenen Einsatz nicht wieder in ein anderes Land zurück. Auch die Weiterführung der Arbeit ist nicht dauerhaft von ausländischer Unterstützung abhängig. Inzwischen profitieren weltweit über 260'000 Menschen von den Programmen, die Sports Friends ermöglicht — sowohl in Ländern des globalen Südens als auch bei uns im Westen.
Was fasziniert und was frustriert dich an SIM?
Faszinierend ist für mich, dass ich durch die SIM die Welt mit anderen Augen sehen kann. Wir sehen und hören vieles, das nie in den Medien erscheint. Dadurch gewinnen wir Einblicke in Zusammenhänge und Entwicklungen, die weit über das hinausgehen, was man normalerweise vom Weltgeschehen mitbekommt. Wir sehen globale Herausforderungen, aber auch Gottes Wirken auf der ganzen Welt.
Das kann allerdings manchmal auch frustrieren – besonders dann, wenn ich merke, wie oft uns die Hände gebunden sind oder wie häufig der Westen grosse Probleme nicht entschlossen genug angeht. Auch die Realität, dass Administration und andere sehr praktische, weltliche Herausforderungen uns manchmal ausbremsen, kann frustrierend sein, weil wir oft gerne schneller vorangehen würden.
Gleichzeitig gehört das zu dieser Aufgabe dazu. Und wenn wir dann wieder ermutigende Berichte von unseren Mitarbeitenden weltweit hören, hilft das, diesen Frust zu relativieren.
Wie erlebst du in deinem Alltag Gottes Wirken?
Gebet spielt in unserem Alltag bei SIM eine sehr wichtige Rolle. Wir beten jeden Tag als Team für unsere Mitarbeitenden und für die Welt. Dabei dürfen wir auch immer wieder konkrete Gebetserhörungen erleben.
Ein sehr aktuelles Beispiel: Vor ein paar Tagen haben wir im Team über den letzten Monatsabschluss gesprochen und darüber, dass wir als SIM Schweiz finanziell momentan stark herausgefordert sind. In unserer gemeinsamen Gebetszeit haben wir deshalb bewusst auch für diese Situation gebetet. Noch am selben Nachmittag erhielten wir dann völlig unerwartet die Nachricht von einer ausserordentlich grosszügigen Spende einer Gemeinde. Das ist nur eines von vielen Beispielen, in denen wir Gottes Wirken ganz konkret erleben dürfen.
Wovon träumt die SIM? Und wo möchtet ihr in fünf Jahren stehen?
Wir träumen davon, miterleben zu dürfen, wie sich immer mehr Menschen von ihren Gemeinden in den Dienst Gottes aussenden lassen. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass Mission auch in der Schweiz weiterwächst und an Bedeutung gewinnt. Wir möchten Gemeinden hier in der Schweiz als SIM noch gezielter unterstützen und gemeinsam mit ihnen daran arbeiten, dass Gottes Auftrag vor Ort und weltweit ausgeführt werden kann.
Der Artikel erschien in der wort+wärch-Ausgabe vom Oktober 2026 | Text: Andreas Schmid, Redaktionsteam und Pfarrer EGW in Biel | Bilder: zVg, SIM