«Mir si Fröidebote»

Montag, 5. Oktober 2026

Hast du auch schon erlebt, dass Gott dich durch eine Bibelstelle herausgefordert und zu dir gesprochen hat? Für mich war das in den letzten Jahren immer wieder mal der Fall. In Römer 10 heisst es in den Versen 14 und 15:

«Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet? Wie soll aber jemand verkünden, wenn er nicht gesandt ist? Wie geschrieben steht: Wie willkommen (oder in anderen Übersetzungen wird auch das Wort «lieblich» oder «schön» verwendet) sind die Füsse der Freudenboten, die Gutes verkünden!»

Als ich vor mehr als zehn Jahren vor der Entscheidung stand, im Ausland tätig zu sein oder wieder in der Schweiz sesshaft zu werden, schenkte Gott mir ein Bild von verschiedenen Schuhen: Da waren Stiefel, fest im Emmental verankert. Da waren Flip-Flops, unterwegs irgendwo im Ausland, und für alle war offensichtlich, dass diese Füsse in Gottes Mission unterwegs sind. Schlussendlich habe ich mich für Bürofinken entschieden. Im Büro einer Missionsorganisation durfte ich mithelfen, Menschen als Freudenboten auszusenden.

Als EGW Hasle-Rüegsau beschäftigen wir uns seit einigen Monaten mit dem Schwerpunkt «Mir si Fröidebote». So hat Gott in seiner liebevollen Art diese Bibelstelle erneut in mein Blickfeld gerückt und mich einmal mehr herausgefordert. Was bedeutet es ganz praktisch, ein Freudenbote zu sein? Hier einige meiner bisherigen Erkenntnisse:

Sind wir ehrlich: Eigentlich bräuchte uns Gott ja nicht – aber er will uns teilhaben lassen an seiner Geschichte. Und da dürfen wir nicht nur Zuschauer sein, sondern mitwirken. Unsere Gebete und unsere Worte können Veränderung bringen – aber: nicht aus uns selbst, sondern MIT IHM! Ich wünsche mir, dass meine Motivation, Freudenbote zu sein, aus meiner Begeisterung für Gott entsteht und nicht einfach ein weiteres To-do auf meiner Liste ist.

Gleichzeitig möchte ich mich immer wieder herausfordern lassen und beispielsweise an Strasseneinsätzen teilnehmen. Nicht unbedingt, weil das meine Lieblingsbeschäftigung ist, sondern weil ich dabei lernen und neue Blickwinkel gewinnen kann.

Und schliesslich möchte ich mir immer wieder bewusst machen, dass es noch Millionen von Menschen gibt, die noch nie von Jesus gehört haben. Noch nie. Ich möchte regelmässig beten, dass diese Menschen die Möglichkeit erhalten, Gott zu begegnen.Ich möchte dir einen Einblick geben, wie der Schwerpunkt von «Mir si Fröidebote» in unserer Jugendarbeit Fuss gefasst hat:

Das JG-Team war von der Idee, Freudenboten zu sein, so begeistert, dass verschiedene Einsätze geplant wurden. Hier ein paar Aussagen von Teilnehmenden an bereits stattgefundenen Einsätzen:

«Zu sehen und zu erleben, wie der Pastor und die Missionare sich für Gottes Reich einsetzen, hat mich tief berührt. Sie leben die Apostelgeschichte!» Simea, Einsatz in Moldawien mit OM

«Beim Einsatz in Wien durfte ich Verantwortung übernehmen und dabei Gott ganz praktisch erleben und sehen, wie er wirkt. Gleichzeitig hat er in mir ein neues Feuer für meinen Glauben und meine Beziehung zu ihm entfacht.» David, Einsatz in Wien mit der Heilsarmee

Im Juni fand ein Outreach-Day in Schüpfheim statt. Gemeinsam mit der Freikirche Schüpfheim, einer Gemeinde, die ebenfalls zum EGW gehört, führten wir einen Strasseneinsatz durch. Zwar gehört diese Art von Einsatz nicht zu meinen primären Begabungen, doch war es eine gute Herausforderung für mich. Auch wenn die Gespräche eher rar waren, war dieser Nachmittag für uns alle sehr ermutigend. Weitere Einsätze sind bereits in Planung.

Zum Schluss: Egal, wo wir sind, wir sind Freudenboten, weil wir die beste Botschaft mit uns tragen.

Wem kannst du heute ein «Fröidebote» sein?

 

Der Artikel erschien in der wort+wärch-Ausgabe vom Oktober 2026 | Text: Esther Ryser - Jugendarbeiterin im EGW Hasle-Rüegsau  |  Bild: zVg