«Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz»

In der ersten Lesung des Verfassungsentwurfs am 6./7. November in Bern wurde der neue Name gebilligt. Als Boden, auf dem die Reformierten stehen, werden sowohl die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse wie die reformierten Bekenntnisschriften genannt.

Die Abgeordneten des Kirchenbundes behandelten an ihrer Herbstversammlung im Berner Rathaus in erster Lesung die Eingangsartikel zum Namen, Selbstverständnis und Auftrag ihrer Gemeinschaft, die künftig «Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz» (EKS – ohne R) heissen soll. Viele Änderungsanträge namentlich der Berner Delegation gingen durch. Auf Begehren der Romands werden die Kirchen der EKS als Mitgliedkirchen bezeichnet.

Gemeinschaft von Kirchen – miteinander Kirche
In der Beratung ging es immer wieder um die Grundfrage, in welchem Sinne die SEK-Kirchen miteinander Kirche sind und was das für sie selbst bedeutet. Der GPK-Sprecher Iwan Schulthess dankte für den Entwurf. Dem nach der Vernehmlassung 2016 in manchen Punkten geänderten Text mangle allerdings Offenheit und der reformierte Ansatz, Kirche im Dialog zu entwickeln. Denn Reformiert-Sein geschehe von unten nach oben.

Der Waadtländer Laurent Zumstein stellte eine Hauptfrage: «Wollen wir eine Kirche sein oder eine Gemeinschaft von Kirchen?» Die Kantonalkirchen seien entweder Teile eines Ganzen oder Partner: «Man kann nicht synodale Kirche auf zwei Ebenen sein.» Der St. Galler Martin Schmidt mahnte hingegen, der Kirche auf drei Ebenen eine Chance zu geben (Ort-Kanton-Bund). Gottfried Locher vom SEK betonte: «Die reformierte Kirche lebt auf drei Ebenen.»

Der Boden der Tradition
In der Detailberatung kritisierten die Vertreter der Berner Landeskirche unter anderen den Paragrafen 2 «Herkunft und Zeugnis». Die namentliche Hervorhebung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses sei nicht angebracht, sagte Andreas Zeller. Anders votierte der Zürcher Thomas Grossenbacher: Wenn schon das Apostolikum, dann solle auch das Nicäno-Constantinopolitanum Erwähnung finden, nicht zuletzt wegen seiner kulturellen Bedeutung (lateinische Messe).

Willi Honegger (ZH) befand, die Hervorhebung des Apostolikums mache Sinn, da es weltweit im Gebrauch sei und den Glaubensinhalt trefflich zusammenfasse. «Wir verstehen Bekenntnis nicht mehr als Ausschluss- oder Zugehörigkeitskriterium – eher als Lobpreis der grossen Taten Gottes.» Dem Apostolikum gebühre eine neue Chance. Die Mehrheit der Abgeordneten sprach sich gegen die Nennung aus.

Ausführlicher Bericht auf der Webseite des Landeskirchen-Forums
Webseite des SEK