• Geschichten und Spiele im Stadtpark

Einsatz in der Ukraine

Liebe und Einheit – diese zwei Begriffe beschreiben unseren Einsatz in der Ukraine wohl am passendsten.

Liebe ist, was uns von Anfang schon bei unserer Ankunft an der JMEM-Base in Luzk entgegengebracht wurde. Valya und James, die momentanen Base-Leiter, begleiteten und betreuten uns den ganzen Einsatz hindurch, während die Köchin Luba uns liebevoll bekochte.

Liebe ist aber auch, was Kindern in der Ukraine oft fehlt. Wegen des hohen Alkoholkonsums und der grossen Zahl an Alkoholikern sind manche Eltern nicht in der Lage, sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern und ihnen genügend Zuneigung und Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Die JMEMer in Luzk investieren ihre Zeit gerade deshalb in Kinder. Sie organisierten ein Kindercamp, welches in den zwei Wochen, in denen wir in der Ukraine waren, gerade am Laufen war.

So versammelten wir uns jeden Morgen mit einem ukrainischen Team auf einer städtischen Spielwiese und führten ein Programm durch: Basteln, Trampolin, Spielen und eine Andacht. Zwischen 50 und 80 Kinder lernten begeisternd «Schweizer Jungschispiele» – und Mütter, Grossmütter und andere Erwachsene beobachteten vom Rand her das Geschehen.

Bald durften wir trotz Sprachbarriere mit ihnen ins Gespräch kommen und für sie beten. Nachmittags bauten wir auf der Base einen Spielplatz, um Kinder und Jugendlichen, welche künftig auf der Base ein- und ausgehen werden, Unterhaltung und Abwechslung zu bieten. Am Wochenende, als kein Camp stattfand, gingen wir in ein kleines Dorf, welches etwa eine halbe Fahrstunde von Luzk entfernt liegt.

James und Valya besitzen dort ein Ferienhäuschen mit grossem Garten und dies war der ideale Standort, mit den Dorfkindern ein Kinderprogramm durchzuführen. Zahlreich tauchten sie auf und die Freude, die ihnen unsere Anwesenheit bereitete, war unbezahlbar.

Die Realität ukrainischer Kinder wurde uns im Dorf jedoch noch klarer vor Augen geführt, Kinder haben dreckige Gesichter, weil ihnen niemand sagt, sie sollen das Gesicht waschen. Teenager geniessen das Spielen und sogar das Kinderschminken, weil es die einzige Zeit ist, in der sie noch Kind sein können. Somit war es auch Liebe, die wir den Kindern in der Ukraine entgegenbringen wollten. Die Freude und Dankbarkeit, die uns von ihnen zurückgegeben wurde, zeigte uns, dass uns dies gelang.

Ganz nach Kolosser 3, 14 («Vor allem aber bekleidet euch mit der Liebe; sie ist das Band, das euch zu einer vollkommenen Einheit zusammenschliesst») ist Liebe auch, was uns als Team – und uns Schweizer mit den Ukrainern – zu einer Einheit verband. Von Anfang an agierten und harmonierten wir zusammen und die Vielfältigkeit, welche in Talenten, Vorzügen und Alter zum Ausdruck kam, konnte vielseitig genutzt werden.

So brachte sich jeder ein und jeder wurde gebraucht, war es beim Kinderprogramm, beim Aufbau des Spielplatzes, bei den Andachten oder bei der Predigt, welche wir am Sonntag in der Kirche hielten. Obwohl wir kein Ukrainisch und wenige Ukrainer Englisch sprachen, fanden wir Wege miteinander zu kommunizieren und schnell schlossen wir auch Freundschaften, was uns die Einheit, welche wir in Gott haben, zusätzlich bewusstmachte.

Unser Einsatz in der Ukraine hat sich deshalb gelohnt, weil wir als Team als Einheit handeln und wirken und so Liebe erleben und weitergeben konnten.

Noemi Hüsser