Hoffnung: Auf Gott blicken und Gutes tun

Unter dem Dach des Eigen-Hofs bleibt es angenehm kühl, während draussen die Sonne strahlt. Die Konferenz 2015 geht am Sonntag mit Lobpreis und Mut machenden Vorträgen zu Ende.

Nach einem fetzigen Einstieg mit der Band aus Kleindietwil – „Min Gott isch grösser!“ – dankt Erwin Bänteli, Co-Präsident des EGW für die Eigen-ständige Konferenz und würdigt die Arbeit der Verantwortlichen und vielen Helfer. Roy Gerber, der schon am Samstag gepredigt hat, liest dramatische Verse aus 1. Petrus 5. Auf die furchterregenden Umstände, die da genannt werden, geht er nicht weiter ein. „Worauf konzentrieren wir uns? Auf Jesus und all die göttlichen Verheissungen und Proklamationen der Bibel – oder auf unsere Umstände?“ Jeden Tag gelte es auf Gott zu fokussieren, um die von ihm vorbereiteten guten Werke zu tun. Denn: „Jeder von uns ist geschaffen als Weltveränderer!“

Was Gott schenkt, sollen wir nicht für uns behalten. „Viele gehen durchs Leben, ohne ihre Gaben einzusetzen“, sagt Roy Gerber und präsentiert die Inhalte einer Schatztruhe. Er litt unter Minderwertigkeitsgefühlen, da ihm sein Vater an einer Schweizermeisterschaft sagte: „Hättest du härter trainiert, hättest du den Match gewonnen.“ So ging Roy nach Amerika, um es allen und sich selbst zu zeigen. Und hatte Erfolg. Bei einem Geburtstagsfest für sexuell missbrauchte Kinder sah er Jesus am Werk. „Das veränderte mein Leben“.

2010 in die Schweiz zurückgekehrt, hat Gerber die Kummer-Nummer 0800 66 99 11 eingerichtet. Der Dienst beunlimited.org ist für sexuell Ausgebeutete da. Auf der Eigen-Heubühne weist Gerber auf die vielfältigen Formen von Schmerzverdrängung hin: „Wann haben wir ein Alkoholproblem? Wenn wir die Ecken des Tages mit Alkohol abrunden wollen.“ Er ruft die Anwesenden auf, „ausserhalb der Kirchenmauern Hände und Füsse von Jesus zu sein“ und den Schatz ständig neu einzusetzen fürs Reich Gottes. „Unlimitiert leben. Wie im Himmel so auf Erden sorglos leben.“

Das Leben mit Hoffnung beschliessen

Am Nachmittag spricht Katharina Bula, bei „Mut zur Gemeinde“ für Seelsorge verantwortlich. Sie konstatiert, dass manche Senioren es sich am Lebensende zu einfach machen: „Das geit mi de nüt meh a. I bi ja de nümme da.“ Bula fragt die Betagten: „Was hören die Jungen von dir, wenn du am Sterben bist oder in einem schwierigen Leiden? Fängst du an zu maulen, bitter zu werden? Welches Erbe hinterlässt du denen, die nach dir kommen?“

Klar ist für die Seelsorgerin: „Um hoffnungsvoll sterben zu können, musst du zuerst hoffnungsvoll leben.“ Machen wir ernst mit Gott, der mit uns ans Ziel kommen will? Hoffnungsvoll leben heisst, bei Jesus einhaken, den Anker bei ihm setzen. „Er ist der Lebendige, und er wartet auf dich.“ Im Glauben können wir es packen, auch wenn wir entmutigt werden und straucheln. Und solange wir leben, können wir umkehren und die Beziehung zu Gott empfangen, die uns hinüberträgt in die Ewigkeit.

Josef Bircher, ein Bauer vom Homberg, hat bei der Arbeit innerhalb von sechs Jahren zwei seiner Kinder verloren. Seine Frau machte ihm bewusst, dass dies aufzuarbeiten war. „Wir schauten zurück in das Schwere, mit Hilfe von Seelsorgern, und liessen es von Gott heilen.“ Katharina Bula schliesst Gedanken über Verfolgung an: Würde ich davon laufen und den Herrn Jesus verleugnen? Manche leiden unter Mobbing.

Jesus ist das Vorbild für den Umgang mit Leiden: Er gab sein Leben in die Hand des Vaters. „Dieser Gott wird euch mit allem versehen, was ihr nötig habt.“ Gläubigen Menschen wird es geschenkt, noch zu reifen und für andere ein Segen zu sein, während der äussere Mensch zerfällt. Ruedi Schüpbach vermisste Gottes Eingreifen in den Krebs-Schmerzen. Doch „unter dem Strich hat er durchgeholfen. Ich habe trotz allem seine Barmherzigkeit und Treue erfahren.“ Hoffnung können wir jetzt kultivieren, indem wir Bibelworte und Lieder auswendig lernen.

Die Eigen-Konferenz endet mit Liedern, Dank und Segensworten. Auf Wiedersehen 2016!