Eigen-Konferenz 2015: Verwandelnde Kraft

„Die Kirche muss von allen Organisationen am progressivsten sein“, sagt Toni Nyffenegger an der Eigen-Konferenz im Emmental. „Weil sie von Gott her und zu Gott hin denkt. Weil sie mit Kraft von Gott erfüllt ist.“

Die christliche Kirche wird im 1. Petrusbrief 2 einem Haus mit lebendigen Bausteinen verglichen. Davon geht Toni Nyffeneger, Pastor der Friedenskirche in Zürich, aus. Das Haus ist „erfüllt vom Geist Gottes, der uns befähigt, eine priesterliche Aufgabe in der Welt wahrzunehmen“. Ganz auf den Herrn ausgerichtet, können Christen vor Gott für andere Menschen eintreten. Weil sie von Gottes Kraft erfüllt sei, müsste die Kirche progressiver sein als andere. Sie sollte „etwas anderes bringen als alte Geschichten, ein heiliges Volk, das die grossen Taten Gottes verkündigt“.

Der Pastor der Bewegung plus räumt ein, dass Geiz und Hader, auch wegen Bagatellen, dem im Weg stehen, dass manches in der Kirche fragwürdig ist. Der Herr macht den Unterschied: „Weil Jesus sein Leben für uns gab und auferstand, erfüllt er das Haus Gottes mit erwecklicher Kraft.“ Da gebe es jetzt schon Heilung – und einmal keine Tränen mehr. Jesus habe den Hungernden Brot gebracht. Er teilt sich selbst aus: in jedem Abendmahl.

Gäste auf der Erde

Hoffnung ist für Menschen auf Wanderschaft. „Wir wissen nicht, ob wir morgen noch leben, sind Fremde in der Welt.“ Nyffenegger schildert den Herzinfarkt, den er vor 14 Jahren erlitt. Es gelte, sich ins Beste zu investieren, sich nicht an Sachen und Sicherheiten festzukrallen. Wer nicht an den Himmel glaube, müsse hier unten alles haben, giere nach Anerkennung.

Der Ruf Gottes an die Menschen, sein Volk zu sein, richtet sie anders aus. „Wir sind Gäste – mit einer Mission, einer Hoffnung, einer Botschaft.“ Dazu gehört ein Leben, das Gott jetzt ehrt. „Die erweckliche Kraft fällt nicht vom Himmel, damit wir irgendwann fromm werden. Es passiert, wenn ihr das zu tun anfangt, was Jesus uns vorgelebt hat, wenn wir aufeinander zugehen, in seinen Fussstapfen laufen.“ Weil Gott an die Menschen glaubt, können wir in sie „Glauben investieren. Da liegt viel mehr drin. Der Geist Gottes bringts füre. Wir müssen es nicht machen. Und es prägt alle Ebenen unseres Lebens.“

Ehrerbietung

Dabei haben Christen die gegebenen weltlichen Ordnungen zu akzeptieren. Sie sollen sich nicht blöd anpassen, sondern in ihnen den Glauben zum Ausdruck bringen: „Ehrerbietung und Respekt, verbunden mit Ehrfurcht vor Gott, ist unglaublich befreiend.“ Auch wenn die Gesellschaft anders tickt, wenn Fromme sich etwa mit der Treue zum Ehepartner zunehmend abheben.

Gott will neue Leidenschaft für seine Wege wecken, schliesst Nyffenegger. „Bin ich bewegt von einem Lüftchen vom Leben? Wird Kraft in mir sichtbar, dem Bösen zu widerstehen und das Gute zu tun? Bin ich mir bewusst, dass ich zu einem Volk mit einem grossen Auftrag gehöre?“ Christen können darauf vertrauen, „dass Gott uns seine Kraft schickt, wenn wir uns auf den Weg machen“.