Hoffnung aktivieren

Der 1. Petrusbriefes kreist um Hoffnung. Aus der Gewissheit, dass der auferstandene Christus wiederkommen und uns an seiner Fülle Anteil geben wird, schöpfen wir Kraft und üben einen Lebensstil ein, der ihm gefällt.

Auf dem mit dem Besen hergerichteten Heuboden betet Andreas Blaser am Eröffnungsabend, der Heilige Geist solle die „Spinnhoppele“ aus den Herzen ausfegen und sie mit Hoffnung füllen. Richard Stern, Pfarrer in Ittigen und Synodepräsident, hält den ersten Vortrag. Er dankt dem EGW, dass es für die Landeskirche eine Inspiration ist.

Auf Vergängliches – auch die Familie, das „Heimetli“, die Gesundheit – kann Hoffnung sich nicht stützen. Sie braucht laut Richard Stern einen geistlichen Referenzpunkt. Auffällig: Petrus schreibt von Freude in Leidenszeiten. „Wie können wir uns freuen, wenn uns etwas weggenommen wird?“ Jesus macht es möglich: „Wenn wir Leiden aushalten – statt wegzurennen, uns zu ärgern oder gleichgültig zu werden –, stärkt uns das und führt uns in eine tiefere Freude. Sie hilft uns, mitten im Leiden zu leben und unser Herz offen zu halten.“ Stern: Lebendige Hoffnung zeigt sich darin, dass „Freude und Leiden noch stärker, dynamischer in Beziehung stehen“.

Das Erbe beanspruchen

Wie kommen wir zu der Hoffnung? Sie ist ein garantiertes Erbe (1. Petrus 1,4). Was Jesus Christus „für uns auf sich genommen hat und durch Auferstehung verwandelt hat, gibt er uns weiter“: Anerkennung als Söhne und Töchter, Ehre und Herrlichkeit. „Das ist die lebendige Hoffnung: Was er verdient hat, gibt er uns weiter“ (vgl. Johannes 17,23).

Christen leben, um die geschenkte Hoffnung zu aktivieren. „Durch den Heiligen Geist können wir mit Leiden umgehen“, nach dem Vorbild Jesu (Hebräer 12,2). Nach dem Propheten Jesaja ist dem Diener Gottes verheissen, dass er viele rechtfertigen werde (53,11). Darin ist verborgen, „dass er mit dir und mir die Ewigkeit verbringt. Du bist seine lebendige Hoffnung. Und indem du das weisst, wird er deine lebendige Hoffnung.“

Jesus ist der Liebhaber, „der Hirt, der König, der seine Arme weit offen hat und uns empfängt. Schon jetzt können wir - mit Freude und Leiden - lebendige Hoffnung erleben“, sagt Richard Stern. Was Petrus im 1. Jahrhundert den Christen in Kleinasien schrieb, gilt uns allen. „Die lebendige Hoffnung ist für dich, sie führt uns tiefer zu Jesus Christus, zur Anerkennung des Königs.“