Geschenk und Potenzial

Die Hoffnung trägt zuletzt. Am Donnerstag geht es auf dem Eigen um das grosse Geschenk, das Gott den Menschen anbietet. Es auspacken, heisst anpacken und dranbleiben, auch wenn's heiss wird.

Das Fundament des erlösten Lebens ist Gnade: Gott schenkt es uns. Die Erlösung soll sich im Lebensstil erweisen. „Litzet dAermu hingere – es git öppis ztue“, gibt Sandra Zaugg, Pfarrerin EGW in Hasle-Rüegsau, den Appell von 1. Petrus 1,13-21 wieder. Christen sind gerufen, anders als ihr Umfeld zu handeln, heilig zu leben und ihr Licht leuchten zu lassen, weil ihnen die Erlösung geschenkt wurde. „Wie würde es dir gehen, wenn Jesus heute wiederkommen würde?“ Sandra hat es vor sieben Jahren selbst erlebt: Die Hinwendung zu ihm bedeutet Wegwendung vom alten Leben.

Heilig leben heisst, in der Beziehung zu Gott zu stehen, für ihn reserviert. „Die Erlösung durch Jesus ist mehr als ein Ticket zum Himmel, das ich dann einmal brauche. Sie bedeutet, dass ich schon heute von ihm bestimmt lebe.“ Jesus hat dies möglich gemacht. In einer Zeit, in der Menschen um sich selbst kreisen, werden Christen Konsequenzen tragen, wenn sie Farbe bekennen. Daher ist es wichtig, „dass wir uns der Identität in Christus bewusst sind und in ihr bleiben. Dass ich nicht vergesse, wer ich bin.“ Sandra Zaugg wünscht, „dass wir Hoffnungsquellen werden für eine Welt ohne Hoffnung“.

Lieben, nicht heucheln

Markus Lauber, Pfarrer EGW in Ruswil, schlägt den Bogen von der Liebe, die Gott für uns hat, zur Liebe unter Christen. Petrus ermahnt zu ständigem, beharrlichem Lieben ohne Heuchelei (1. Petrus 1,22). Markus Lauber: „Wir tendieren manchmal dazu, Äusserlichkeiten zu übertreiben und den inneren Menschen zu vernachlässigen.“ Wer erzogen wurde, immer freundlich zu sein und allen zu gefallen, kann einem frommen Selbstbetrug verfallen. „Jesus nahm das wahr und warnte uns. Wir neigen dazu, in einem besseren Licht dastehen zu wollen.“ Lauber ist überzeugt: „Wenn wir Gottes Liebe (griechisch agape) in unserem Herzen erfahren haben, wird unsere Bruderliebe ungeheuchelter und echter.“

Gesund ernährt

Die Bibel ist ganzheitlicher als moderne Ernährungsratgeber. Gabi Schranz, Pfarrerin EGW in Münchenbuchsee, spricht über die unverfälschte Milch, nach der Christen laut Petrus wie Säuglinge Verlangen haben sollen. Das griechische Wort logikos meint „vernünftige“ Milch aus dem Wort (logos) Gottes. Damit, so Gabi Schranz, ist mehr gemeint als Bibellesen. Das Trinken der Muttermilch hat etwas Intimes. „Gott will, dass die Kinder den Herzschlag der Mutter vernehmen.“ Dass sie nicht nur Nahrung aufnehmen, sondern Geborgenheit spüren. „Gott will uns von seinem Eigensten geben. Er will uns füllen mit Wahrheit und Frieden, mit Güte und mit seinem Geist.“ Christen jeden Alters tun gut daran, an Gottes Herz zu kommen.

Petrus fordert auf, nach der Milch zu verlangen. Das deutet laut Gabi Schranz darauf, dass wir uns Zeit nehmen sollen, still sein sollen vor Gott, um seine Schönheit wahrzunehmen. Die Verantwortung für gesunde Ernährung liegt bei uns. Das Heil, das Jesus uns schenkt, muss in diesem Sinn wachsen, sonst geht es ein. „Wie stellst du sicher, dass sich im geistlichen Leben keine Mangelernährung ergibt?“ Im Gebet dankt Gabi Schranz Gott für den Strom von Lebenswasser. „Mach uns durstig und still unseren Durst.“