• Am Jugendabend

Eigen-Konferenz: «Himmlische Aussichten»

Die Eigen-Konferenz 2018 vermittelte eine Ahnung vom Reichtum, den Gott für die Menschen in der neuen Schöpfung bereithält. Max Schläpfer schlug den Bogen von Jesajas Sendung zum Seher Johannes, der den Thron Gottes schaute. Wir sind unterwegs zur Herrlichkeit! Auf dem Weg bleiben die sieben Sendschreiben mahnender Klartext.

„Wir haben unbeschreiblich kraftvolle himmlische Aussichten“, fasst Andreas Blaser den Gehalt der Konferenz zusammen, die vom 11. bis 15. Juli stattfindet. Doch die sieben Sendschreiben der Offenbarung enthielten auch manche Mahnung, sagt der Konferenzleiter. Auf der geschmückten Heubühne des Eigen-Hofs oberhalb von Grünenmatt legen sieben Referenten aus Landes- und Freikirchen je ein Schreiben aus.

Kompromisslos
An drei Abenden spricht Max Schläpfer. Er fragt, ob wir uns senden lassen wie Jesaja, der den Heiligen Israels schaute. «Wir sind gesandt nicht nur als Individuen, sondern auch als Gemeinde.» Der SPM-Pastor aus Ittigen hebt die Entschiedenheit der drei Freunde Daniels hervor, die nicht vor König Nebukadnezzars Standbild niederfielen. Auch in der Hitze des Gefechts verbindet Beten mit der unsichtbaren Welt. Heute folgen den drei Bekennern zahllose Christen weltweit.

Am Freitag beleuchtet Schläpfer die Himmels-Vision von Offenbarung 4-5. Er plädiert für eine Balance von Diesseits und Jenseits im Warten auf das baldige sichtbare Erscheinen von Jesus. Der Auferstandene ist auf dem Thron. «Er hat Autorität, die Geschichte dieser Welt zu steuern.»

Auf dem letzten Abschnitt
Wie kann man auf dem letzten Lebensabschnitt der Herrlichkeit näher kommen? Die Heimseelsorgerin Lea Schweyer gibt am Samstag pointierte Hinweise. Am Jugendabend warnt Jeffrey Masquiren vor Laodicea-Lauheit. Bei vielen nimmt er eine selbstzufriedene Haltung, die er bei vielen antrifft: Ich bin reich, auch noch christlich – so ist es gut. Er fragt: «Wer hat Sehnsucht, das Reich Gottes noch mehr zu sehen? Mit Jesu Augen?» Das schliesst nicht nur Schönes, sondern auch Trauriges und Tragisches ein. Jeff Masquieren schliesst mit dem Aufruf, «heiss für Jesus» Menschen anzusprechen und sie auf Ihn hinzuweisen.

Schätze aus der Neuen Welt
Am Sonntag kommt der Schluss der Offenbarung in den Blick. Im Vormittagsgottesdienst mit über 600 Teilnehmenden beschreibt Simon Kaldewey (FEG Steffisburg) die neue Schöpfung als Zusammenführung von Himmel und Erde, wenn kein Meer mehr ist. «Jesus Christus erschliesst die neue Welt.» Durch ihn hat der Gütertransfer aus der unsichtbaren Welt begonnen – so wie Kolumbus 1493 Schätze aus Amerika brachte. Christen hätten an der Zusammenführung von alter und neuer Welt zu arbeiten, sagt Kaldewey.

Im Blick auf die letzten Mahnungen der Bibel fragt Hansueli Wenger (EMK Oberemmental) am Nachmittag: Enthalten wir unseren Mitmenschen vor, dass Jesus der Weg zum Heil ist, weil wir nicht als Spinner gelten wollen?

Liebevoll-mutig Brücken bauen
An zwei Tagen sind die ersten sechs Sendschreiben von Offenbarung 2-3 ausgelegt worden. Zum Schreiben an Ephesus betont Hans-Joachim Böhler (Pfarrer EGW, Sumiswald), dass es nicht genügt, im Glauben einen fulminanten Start hinzulegen.Worauf es ankommt ist – dass man ankommt!“ Er kenne viele Menschen, sagt Böhler, die mit ihm in Jugendgruppen oder Hauskreisen unterwegs waren und die inzwischen angehalten oder sich verabschiedet haben.

Der Gemeinde in der Metropole Ephesus wirft Jesus vor, dass ihre anfängliche Liebe nachgelassen hat. Die Umstände in der Stadt dürften zu Abschottung und einem elitären Klima beigetragen haben. Der Herr der Gemeinde weist die Gemeinde zurück auf den Start: „Lebt ein liebevolles Miteinander ohne gegenseitige Ausgrenzerei und Rechthaberei.“

Die Christen sollen zu den Menschen Brücken bauen – ohne Angst vor der heidnischen Umgebung. „Halten unsere Netzwerke auch Menschen aus, die sonst nichts mehr hält?“

Glauben – und dann schwer leiden?
Die Stadt Smyrna war ein Zentrum der Vergötzung des römischen Kaisers. Die Christen lehnten den Kult ab und litten dafür. Mirja Zimmermann, Pfarrerin in Sumiswald, macht in ihrer Auslegung deutlich, „dass wir aufhören müssen zu denken, dass wir als Christen ein einfaches Leben haben werden". Wollen wir Freude am Herrn haben - aber es soll möglichst wenig kosten?

Zimmermann wendet sich gegen die Meinung, man müsse nur fest glauben und treu beten – und werde dann reich, gesund und glücklich sein. Dies sei nicht wahr und verursache noch mehr Leid. Denn „wir werden auf die Probe gestellt".

Christen bleibe tiefes Leid nicht erspart. Am Glaube festzuhalten, könne Tränen, Trauer und auch tiefe Verzweiflung bedeuten. Das Leben mit Christus hat seinen Preis. Seine Zusage aber gilt: „Wer den Sieg erringt, dem kann der zweite Tod nichts anhaben" (Offenbarung 2,11).

Ständig auf Gott hören
Das Sendschreiben an Pergamon stellt Andreas Heger (Textlive) in den Kontext der biblischen Weisungen. Angesichts starker dämonischer Mächte halten die Christen der Stadt am Namen von Jesus fest. Dieses Festhalten ist auch heute zu üben, im Aufsehen zum Anfänger und Vollender des Glaubens.

Heger ruft dazu auf, falsche Lehren zu meiden, bei Fehltritten umzukehren, Sünde zu lassen und ständig auf Gott zu hören. „Glaube gründet sich durch das Hören auf Gottes Botschaft.“ So werden Christen überwinden – „auch im Glaubenskampf, wo es mir dreckig geht“.

Eine ‚Grümpuchammere‘ im Lebenshaus?
Der Gemeinde in Thyatira tritt Jesus mit Augen wie Feuerflammen entgegen. Roland Langenegger, Pfarrer in Oberdiessbach, verweist auf die Gefahr, „dass wir Jesus zum Kumpel degradieren und denken, dass er ein Auge zudrückt“. Doch können wir vor ihm nichts verstecken. Die Gemeinde lässt eine „Isebel“ als Verführerin ihr Unwesen treiben.

Langenegger fragt: Gehen wir keine Kompromisse ein? Gibt es in unserem Leben eine „Grümpuchammere“, zu der wir Gott den Zugang verweigern? Haben wir ihn schleichend ausgeschlossen? Jenen, die bei Jesus bleiben, erleben mit ihm den Anbruch eines neuen Zeitalters. „Jesus wünscht unsere ganze Aufmerksamkeit, unser ganzes Herz.“

Aktiv, aber …
Michael Kozel, Pfarrer EGW in Bärau, liest das Sendschreiben an Sardes als Mahnung an die aktivistische Gemeinde mit grossem Programm, in der die persönliche Beziehung zu Gott verflacht. „Deshalb ruft Jesus: Wach auf! Was du tust, kann nicht vor Gott bestehen.“ Sardes braucht „ein Mehr an Beziehung zu Gott – und zu Menschen ausserhalb der Gemeinde. Mehr an Reinheit, an Echtheit, an Heiligkeit von jedem Einzelnen, ein Mehr an Gott-Ähnlichkeit.

Jesus will, dass wir zum Kern des Evangeliums zurückkehren. Den Wachen wird Jesus Ehrenkleider für seinen Triumphzug geben. Kozel schliesst: „Wach auf vom verschlafenen Aktivismus – kehr zurück zur ersten Liebe, zur Reinheit – dann wird er dich und deine ganze Gemeinde würdevoll ehren.“

Mit kleiner Kraft
Die Gemeinde in Philadelphia gehört zu den unauffälligen. Jesus spricht ihre „kleine Kraft“ an. Laut Gabi Jacobi, Pfarrerin EGW in Münchenbuchsee, hat sie wohl einen beschränkten Wirkungskreis – die Stadt versetzt sie nicht in Aufruhr. Doch sie hat Gottes Wort bewahrt. „Klein, schwach, aber treu, beharrlich und gehorsam – das ist Gott offenbar viel wert.“ Christus, der Wahrhaftige, will ihr die Schlüssel Davids geben, laut Jacobi Schlüssel zu den geistlichen Schatzkammern Gottes.

Predigten nachhören auf www.eigenkonferenz.ch