Gedanken zum Thema

WENN ES UNTER DER OBERFLÄCHE BRODELT...

Versöhnung ist rundum befreiend! Wen wundert's, dass in Seelsorge und Büchern zunehmend dazu aufgefordert wird, zu vergeben. Versöhnung ist das große Thema der Bibel. Jesus selbst bringt es auf den Punkt: „Vergib, so wird dir vergeben werden“.  Kein Befehl und kein Gebot, sondern zuerst einmal ein Angebot: Jesus Christus macht es möglich, dass wir von alten, beschwerlichen Lasten befreit werden.

Wenn aber jemand dieses entlastende Angebot in ein unbedingtes „Muss“ verkehrt, so stimmt etwas nicht mehr, denn die gute Nachricht würde so zur gnadenlosen Forderung: „Du musst vergeben!“ Ja, man kann möglicherweise schon auf äusseren Druck hin vergeben.

Aber man wird feststellen, dass es unter der gehorsamen Oberfläche noch gewaltig brodelt und Teile unserer Persönlichkeit eigentlich laut „NEIN!“ schreien möchten. Versöhnung ist zuerst und zuletzt ein Angebot der Gnade, ein Geschenk aus Gottes Hand, kein Leistungssport für geistliche Kraftprotzen. Gott ist es, der unser Herz heilt und Versöhnung überhaupt ermöglicht - ein Geschenk, das wir annehmen oder ablehnen können.

Haben auch Sie sich beim Vergeben mit kräfteraubenden „Hauruck“-Übungen überfordert? Haben Sie bloss mit dem Verstand vergeben, ohne Rücksicht auf Ihr Herz? Sind Sie beschämt über unversöhnte Situationen in Ihrem Leben? Ist ein anfänglich guter Versöhnungsprozess ins Stocken geraten oder ganz zum Stillstand gekommen? Geben Sie nicht auf!

Wir laden Sie ein, den „Zug der Versöhnung“ zu besteigen, einen Prozess zu durchlaufen, einen Weg zu gehen, der Sie Schritt für Schritt dem Ziel näher bringt. Dabei ist Versöhnung nicht die Endstation, sondern der Ausgangspunkt zu einem schöpferischen Neubeginn. Drückende Lasten werden losgelassen und neue Wege laden uns ein, vorwärts zu gehen, neues Land zu entdecken und einzunehmen.

Lassen Sie sich auf diesen Vergebungs- und Versöhnungsprozess ein. Steigen Sie ein in den Zug der Versöhnung!

Evelyne Schären, Hauptreferentin Eigen-Konferenz 2019