Vom Wirtshaus ins Bundeshaus
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Sophie und Jakob Wampfler |
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Über Jakob Wampfler berichteten in allen Medien: Fernsehsender, Zeitungen und Zeitschriften berichteten über ihn und sein Buch. Aber wussten Sie, dass er ein EGW-ler ist? An der Eigen-Konferenz vor drei Jahren hat seine Geschichte bereits erzählt. Wir haben ihm - zusätzlich zu m Pressebericht ein paar persönliche Fragen gestellt:
Jakob Wampfler, du bist in den letzten Monaten eine echte Berühmtheit geworden, warst gleich mehrmals am Fernsehen zu sehen und viele Printmedien haben über dich und dein Buch berichtet. Da erinnere ich mich gerne daran, dass du ja ein EGW-ler bist. Was bedeutet dir das, ein EGWler zu sein?
Ich kenne das EGW seit Herbst 1980, als ich von der Waldau her ins offene Haus der Mitternachtsmission am Turnweg (jetziger Hauptsitz des EGW) einzog und dort massive Hilfe erhielt: Seelsorge, innere Heilung und Gabenförderung. Jahrelang gehörte ich zur Gemeinde an der Nägeligasse, später zu Biel und danach sehr intensiv zur MAG (Mitarbeitergemeinschaft) in Bethlehem. EGW bedeutet für mich Evangelistisch Glaubwürdig Wirken. EGW bedeutet für mich, als Christ so zu leben, dass andere Menschen gluschtig werden, aufmerksam werden, spüren, dass ihnen etwas fehlt.
Im Buch steht nichts davon, dass du vor nicht allzulanger Zeit geheiratet hast! Ist das Absicht? Oder ist eine Fortsetzung deines Buches geplant?
In 99 von hundert christlichen Büchern steht eine mehr oder weniger süssliche Liebesgeschichte, es schadet auch nichts, dies einmal wegzulassen. Zweitens kam die wunderbare Sophie erst in mein Leben, als das meiste was im Buch beschrieben wird, bereits vorüber war. Und drittens schätzt Sophie Publizität gar nicht, was ich meistens auch respektiere. Trotzdem darf ich hier nochmals betonen, dass sie die Krönung meines Lebens ist - direkt nach Jesus Christus.
Gibt es etwas, das du gerne besonders den frommen Leuten (EGW-ler und anderen) mitgeben würdest - so quasi als Ergänzung zum Buch oder zum Thema des Buchs?
Mein Buch zu lesen ist eine Seite. Konsequenzen daraus zu ziehen ist eine andere Seite. Mein Zeugnis an der Eigen-Konferenz vor drei Jahren gut zu finden ist wiederum die eine Seite, und Konsequenzen daraus zu ziehen eine andere.
Klarer ausgedrückt: In unseren christlichen Kreisen wird das Rauchen fanatisch bekämpft, der Alkohol ist aber tabu. Wie viele EGW-ler leben total abstinent aus Solidarität zu Betroffenen und deren Angehörigen? Wie viele leben abstinent aus Solidarität zu einer Million Menschen in der Schweiz, welche sich mindestens zweimal pro Monat total betrinken.
Dazu kommen viele tausend sehr junge Menschen die sich regelmässig bis zur Bewusstlosigkeit betrinken. Die grosse Solidarität zu alkoholkranken Menschen, welche in den ersten 50 Jahren nach der Gründung des Schweizerischen Blauen Kreuzes bestand und durch welche sich zehntausende von Menschen mit ihrem Herzblut zu einem alkoholfreien Lebensstil entschieden, ist einer Art Gleichgültigkeit und christlich gefärbtem Egoismus gewichen.
Dies macht mich traurig. Es geht nicht darum den Alkohol zu verteufeln, er verteufelt ja schon sehr vieles in unserem Land selber, es geht darum, die grenzenlose Not ernst zu nehmen und zu handeln. Mein Buch ist eine Art Hilfeschrei für viele, die nicht mehr schreien mögen. Wohl denen, die dies ernst nehmen, Jesus wird sie reich belohnen.
Interview: Gertrud Trittibach, Redaktion
Auf Joseph Ratzinger folgt Jakob Wampfler
"In meiner 20-jährigen Tätigkeit als Buchhändlerin habe ich es noch nie erlebt, dass ein christliches Buch auf dieser Liste figuriert hat", sagt Sophie Wampfler, Ehefrau von Autor Jakob Wampfler. Dessen Titel 'Vom Wirtshaus ins Bundeshaus' (Verlag Urs-Heinz Naegeli, Schiers, ISBN 3-907104-15-3) schlägt wahrhaftig alle Rekorde. Bereits am Erstverkaufstag, dem 20. April, musste der Verlag am Nachmittag die zweite Auflage in Auftrag geben, um damit rechtzeitig für Nachschub zu sorgen. Inzwischen ist die Erstauflage restlos ausverkauft und Wampflers Buch ist auf der offiziellen Bestsellerliste des Schweizer Buchhandels auf Rang 7, gleich hinter Joseph Ratzinger.
Erfolgreicher Auftritt im Schweizer Fernsehen und in den Printmedien
Am 29. April hatte Jakob Wampfler die Möglichkeit, gleich in zwei Sendungen des Schweizer Fernsehens aufzutreten ('Schweiz aktuell' und 'Quer'). In der Folge davon zogen die Buchverkäufe noch stärker an. Dazu Wampfler: "Egal, ob auf der Strasse oder in öffentlichen Verkehrsmitteln - ich wurde daraufhin überall angesprochen und musste ständig Bücher signieren. Zum Glück hatte ich immer welche dabei", meint das Berner Oberländer Original aus dem Diemtigtal.
Auch innerhalb der Printmedien schenkte man Wampflers Buch eine grosse Präsenz. Am 21. April berichtete der Tages-Anzeiger auf einer ganzen Seite über den "Wanderer auf schmalem Grat". Das Bündner Tagblatt wiederum sah sich am 27. April dazu gedrängt, im ganzen Verteilgebiet einen Plakataushang mit der Überschrift "Kassenschlager aus Schierser Verlag" bei Kiosken anzubringen. Der Berner Oberländer wiederum schrieb von einer "haarsträubenden aber hoffnungsvollen Geschichte."
Blocher: "Jetzt will ich auch einmal mit dem bekanntesten Mann der Bundesverwaltung sprechen."
"Grosse Ehre für Jakob Wampfler", stand am 29. April in der Berner Zeitung zu lesen, "Der Bundeshauskurier und Autor wurde von Bundesrat Blocher empfangen. Die Autorin des Beitrags, Sabine Lüthi, hielt in ihrem Kurzbericht fest: "Seit sein Leben in Buchform erhältlich ist, erscheint fast täglich ein Medienbericht über Jakob Wampfler, oder er redet irgendwo vor interessierten Zuhörern." Christoph Blocher hatte, da Wampfler allein von verschiedenen Mitarbeitern und Vorgesetzten aus dem Bundeshaus schon gegen 1000 Exemplare Vorbestellungen erhielt, inzwischen ebenfalls von diesem Buchprojekt vernommen. Blochers Generalsekretär, Walter Eberle, schickte Wampfler eine E-Mail mit der Frage, ob er in seinem Büro für eine Widmung vorbeikommen könne. "Bei dieser Gelegenheit fragte sich der Generalsekretär, ob Bundesrat Blocher auch ein Exemplar habe", schrieb Sabine Lüthi weiter. "Eberle griff zum Hörer, sprach kurz mit seinem Chef, und zehn Minuten später sass der Diemtigtaler Bundesrat Blocher gegenüber." Dieser meinte daraufhin zu Wampfler: "Jetzt will ich auch einmal mit dem bekanntesten Mann der Bundesverwaltung sprechen."
1000 Franken für ein Buch
Ganze zwanzig Minuten lang unterhielten sich Bundesrat Blocher und der Autor daraufhin über Themen wie Alkoholsucht, Wampflers Buch und über Wanderungen im Diemtigtal. "Er kam mir wie ein Vater vor", sagte Jakob Wampfler kurz darauf in der Fernsehsendung 'Quer'. Christoph Blocher wünschte sich am Schluss dieses Gesprächs noch ein handsigniertes Exemplar: "Schreiben Sie bitte 'Für Sylvia und Christoph Blocher' vorne ins Buch hinein", bat er den Autor. Gleichzeitig erkundigte sich der Bundesrat nach den Kosten für dieses Buchprojekt, griff in seinen Hosensack und überreichte Wampfler daraufhin eine Tausendernote mit dem Worten: "So, und jetzt wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend."
Eine ganz besondere Lebensgeschichte
Jakob Wampfler, Jahrgang 1960, ist ein währschaftes Original mit viel Humor, das bereits in jungen Jahren dem Alkohol verfiel. Die Folgen hätten tragischer nicht sein können. Der Trinker fühlte sich letztlich von niemandem verstanden und plante mehrere Selbstmordversuche. Doch nicht einmal die Dosis von 200 Tabletten, vermischt mit viel Alkohol, liessen seinen Todeswunsch in Erfüllung gehen. So war sein Leben von einem ständigen Auf und Ab geprägt, alles in allem mehr schlecht als recht. Da nützte auch die Mitgliedschaft in der Marxistischen Liga nicht mehr viel, obwohl Wampfler seinerzeit davon überzeugt war, dass Jesus der erste wahre Kommunist war, respektive alle echten Christen gefälligst so zu denken und zu handeln haben. Die Wende zum Positiven passierte erst, als Wampfler mit Leuten aus dem Blauen Kreuz in Kontakt kam. Nach viel weiterem Hin und Her durfte er endgültig trocken werden. Heute ist er im Bundesamt für Justiz in Bern tätig. Zahlreiche Angestellte des Bundeshauses bezeichnen ihn inzwischen als den "Sonnenschein im Bundesamt für Justiz".
"Die Leute lieben Jakob Wampfler"
Im Vorwort zu diesem Buch schreibt Heinrich Koller, Direktor des Bundesamtes für Justiz: "Nicht jeder Suchtkranke hat das Glück, ein Original zu sein, und längst nicht jeder Diemtigtaler besitzt die Offenherzigkeit, die Liebenswürdigkeit und den Witz eines Jakob Wampfler." Koller meint lakonisch: "Die Leute haben ihn gern, weil sie wissen, dass er zu kämpfen gelernt und trotz Schwierigkeiten seine Empfindsamkeit bewahrt hat." Für ihn liefert Wampflers Buch "den Beweis, dass es sich lohnt, selbst bei sogenannt 'hoffnungslosen Fällen' nicht aufzugeben."
"Vom Wirtshaus ins Bundeshaus" - Wie aus einer Alkoholruine ein Original im Bundeshaus wurde. Autor: Jakob Wampfler, Vorwort: Heinrich Koller, April 2005 im Verlag Urs-Heinz Naegeli, Schiers, 2. Auflage: Mai 2005, Fr. 19.80 / Euro 14.80, 144 Seiten, Paperback