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Eine einfache Einladung in den Gottesdienst mit Folgen

Thomas Gerber, Pfarrer EGW und Referent des Jahresfestes, gewährt uns einen Einblick in sein abwechslungsreiches Leben.

Welche Bedeutung hat für dich als Referent des diesjährigen Jahresfestes und eingefleischter EGW-ler das Jahresfest?
 
Thomas Gerber
Thomas Gerber
Das Jahresfest ist für mich ein Wochenende im Jahr, wo sich EGW-ler/innen treffen, um Gemeinschaft mit Gott und mit Menschen aus dem EGW zu erleben. An diesem Fest einen Input geben zu können, ist ein grosses Privileg und eine Wertschätzung.


Was fällt dir ein, wenn du an dein erstes Jahresfest zurückdenkst?
Das erste "Bernfest", das ich erlebte, war noch auf dem Ausstellungsgelände in Bern. Vor meinem inneren Auge habe ich eine Mischung aus Festhütten-Stimmung und Nostalgie …


Wann, wo und wie hast du das EGW kennen und lieben gelernt?
Obwohl ich im Berner Oberland aufgewachsen bin, musste ich nach Luzern, um das EGW kennen zu lernen: Es war meine damalige Freundin - und jetzige Ehefrau Patricia - die mich einlud, mit ihren Eltern in die Stadtmission Luzern zum Gottesdienst zu kommen (unglaublich, was eine einfache Einladung in den Gottesdienst für Folgen haben kann!). Damals arbeitete ich noch bei den Schweizerischen Bundesbahnen in der Innerschweiz. Die herzliche Gemeinschaft der Geschwister in der "Stami" hat zu Freundschaften geführt, die bis heute geblieben sind. Erst in der "Stami" vernahm ich, dass diese Gemeinde einer innerkirchlichen Bewegung angehört, die vorwiegend im Bernbiet wirkt.


Wie wurdest du in den vollzeitlichen Dienst berufen?
Meine Berufung ist eine längere Geschichte. Auf eine Stimme, die ich an einem ganz gewöhnlichen Abend vor dem Einschlafen im Spätwinter 1989 hörte, folgten verschiedene und überraschende Bestätigungen: Der damalige Prediger der Stadtmission riet mir "aus heiterem Himmel", das Predigerseminar St. Chrischona zu besuchen. Da man mit einem solchen Rat nicht leichtfertig umgehen sollte, habe ich dies halt gemacht … und bin dort hängen geblieben!
Den Berufswechsel habe ich nie ernsthaft bereut. Doch gab es immer wieder Zeiten, in denen ich mich nach einem Job als Kehrrichtabfuhr-Mann oder ähnlichem sehnte. Das sind meistens Zeiten, in denen ich unter der Last des Berufes (oder der Berufung?) leide.


Nenn uns doch einige Höhen und Tiefen deines bisherigen Dienstes?
Die Höhen waren und sind Momente, wo Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden. Gerne erinnere ich mich an den Tag zurück, als mich eine 95-jährige Frau ins Altersheim gerufen hat, weil sie keine Ruhe über ihr Leben fand, bis sie ihr Leben Jesus anvertraute.
Einer der Tiefpunkte war die Ermordung eines Freundes, der mit seiner Familie in der Mission in Ostafrika tätig war. Ich hatte die Trauerfeier zu gestalten. Da habe ich schon meine Fragen an Gott …


Was wünschst du dir für die nächste Zeit als Pfarrer EGW?
Ich wünsche mir eine Reformation. Ich träume davon, dass Bezirke nicht von einem Pfarrer geleitet, gelehrt und betreut werden. Ich träume davon, dass pro Bezirk eine Handvoll Männer und Frauen mit und ohne theologische Ausbildung 80% in einem säkularen Beruf arbeiten und so den Lebensunterhalt verdienen. Die übrigen 20% würden für die Leitung und Lehre der Gemeinde eingesetzt werden. Das wäre ein Gottesdienst der andern Art. Dies hätte zur Folge, dass eine Vielfalt in der Verkündigung in den Bezirken entsteht, Lasten verteilt sind und Finanzen für anderes als für den Pfarrerlohn freigesetzt würden, etwa evangelistische und diakonische Projekte in den Bezirken.


Welche Bedeutung hat deine Familie in deinem Dienst und in deinem Leben?
Ich könnte meinen Dienst nie so ausführen, wenn meine Frau Patricia mich nicht unterstützen würde. Vieles, was nicht sichtbar ist, ist ihr Verdienst. Auch unsere zwei Kinder tragen zu dem Familienklima bei, das mich emotional immer wieder auftanken lässt.


Was fasziniert dich an der zusätzlichen Aufgabe als Präsident der Mitarbeiterkonferenz und als Mitglied der EGW-Werksleitung?
Diese Aufgabe eine Ehre und ein Vertrauensbeweis seitens der Mitarbeiter. Andererseits ist es auch eine Aufgabe mit viel Verantwortung und Entscheidungskompetenzen. Darin liegt wohl die Faszination, wenn man es so bezeichnen will.


Neben deinen unterschiedlichsten Diensten hast du bestimmt auch andere Interessen, welche?
An Vielseitigkeiten mangelt es mir und uns als Familie nicht. Als Familie sind wir gerne unterwegs mit dem Zelt, sei es am Meer oder in den Bergen. Wenn sich Gelegenheiten bieten, bin ich auch mal am Klettern anzutreffen. Doch meine Freizeit-Passion ist das Angeln.


Wenn man dir irgendwo begegnet, an was erkennt man einen Thomas Gerber?
An dem, dass ich irgendwo anzutreffen bin, wo man es vielleicht nicht erwartet hätte.


Das Thema des Jahresfestes lautet "Teilen". Verrätst du uns heute schon etwas von dem, was dir für uns zu deinem Thema "Teilen mit" auf dem Herzen liegt?
Bis zum Jahresfest gebe ich eine Frage mit: Was ist alles in dieser Welt entstanden durch das Teilen? Mehr davon am 5. September in Sumiswald!


 
Markus Hauser
Markus Hauser, Worblaufen
Vielen Dank, Thomas!


Interview: Markus Hauser, Worblaufen



Quelle: Magazin wort+wärch

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