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Tageslosung





 

Mission/Evangelisation

"Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch" (Psalm 68,20).

Manchmal steht jemand vor der Haustür, und der Moment passt einem nicht, an dem Gott uns jemand schickt. Aber er hilft uns damit, dass unser Dienst an Tiefe gewinnen kann.

Das Nachtessen ist bereit, alle sitzen erwartungsvoll am Tisch. César, mein Mann, ist noch nicht zurück von einer Sitzung.
 
Elisabeth und César Achimo
Elisabeth und César Achimo
Es klopft an die Tür. Wer wohl jetzt noch kommt? Eine Frau, mit tränenüberströmten Gesicht und einem schreienden Säugling im Arm, steht da und schluchzt: "Bitte hilf mir, mein Kind ist sehr krank".
Mein erster Gedanke ist: "O nein, nicht schon wieder, jetzt sind Ferien.". Aber dann kommt mir die Andacht vom Morgen in den Sinn, dass es unserem Dienst am Nächsten oft an der Tiefe fehlt, dass nicht nur das körperliche Problem sondern auch das geistliche angegangen werden muss. Ich kenne diese Frau, es ist eine sehr schwierige Familie. Aber sie kennen Jesus noch nicht. - Nachdem ich den am Tisch Anwesenden sagte, dass sie schon mit Essen anfangen sollen, packe ich meine Tasche, mache mein Motorrad bereit, um mit der Frau in das Kinderspital zu fahren. Unterwegs gehen meine Gedanken in die vergangenen Monate zurück.
Eigentlich wollten wir unsere Arbeit etwas reduzieren, aber das
 
Mittagessen zuhause
Mittagessen zuhause
Gegenteil traf ein. Nebst der Gemeinde haben wir das Haus voller Jungmannschaft, die meisten im Teenageralter zwischen 12 und 17 Jahren. Wir wurden vor zwei Jahren angefragt, ob wir nicht einige Jugendliche bei uns aufnehmen würden, damit sie weiter hier in Riberalta in die Schule gehen könnten. Aber es blieb nicht bei den Jugendlichen, da kamen auch Kinder aus dem Gefängnis dazu, Mädchen die Schwierigkeiten hatten zu Hause und Buben, die kein rechtes Zuhause haben. Inzwischen ist ihre Zahl auf zweiundzwanzig angewachsen.
Im Moment sind Ferien, die meisten sind bei den Grosseltern, fuhren nach Hause oder sind bei Bekannten. Nur einige wenige sind geblieben, damit auch wir etwas ausruhen könnten. Darunter ist auch eine Frau aus Peru mit ihrem Säugling, die ihrer Schwester, die im Gefängnis ist, mit ihren Papieren hilft. Da sie Ausländerin ist, wollte sie niemand aufnehmen. Und so ist sie auch hier bei uns gelandet. Einmal in der Woche besuche ich zusammen mit einer Schwester aus der Gemeinde das Frauengefängnis. Dadurch bekamen wir ganz aussergewöhnliche Kontakte und Hausgenossen.
Vor einem Monat brachte César einen siebenjährigen Jungen mit nach Hause. Der Vater ist ein furchtbarer Trinker und verprügelte seine Kinder so schrecklich, dass sie ihm weg genommen wurden. Aber jetzt schickte sie die Frau, bei der sie wohnten, auch fort, weil sie zu stehlen begonnen haben. Der eine, der sich besser aufführte, konnte bei der Frau bleiben, aber den Kleineren wollte sie nicht mehr haben. Im Moment gebe ich ihm Leseunterricht, und er macht es sehr gut.
Ja alle
 
Ausflug mit den Kindern
Ausflug mit den Kindern
brauchen viel Liebe, aber auch eine starke Hand, die sie führt. Das alles kann ihnen eigentlich nur unser Herr geben, und wir freuen uns, dass fast alle von ihnen den Weg mit Jesus gehen. Es ist eine grosses Vorrecht und auch eine grosse Verantwortung, diese jungen Menschen ein Stück ihres Lebens auf dem Weg zu begleiten.
Bueno, inzwischen sind wir im Kinderspital angekommen, nach langem Warten wird die Kleine untersucht, bekommt die nötigen Spritzen und Medikamente, die Mutter strahlt über das ganze Gesicht, es war nicht so schlimm, wie sie sich vorgestellt hatte. Und ich, ich mache mich wieder auf den Heimweg. "Herr, schenke es, dass sie dir begegnet."
Elisabeth Achimo-Maag, Bolivien


Quelle: EGW

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